Soziale Lage
Nachdem die Türkei im Jahre 1923 als Republik bekannt gemacht worden ist, konnte man ein schnelles Anwachsen der Bevölkerung bemerken. Wenn im Jahre 1927 in der Türkei knapp 14 Millionen Menschen gelebt haben, lebten in 2003 schon knapp 70 Millionen. In den letzten Jahren hat sich aber das Bevölkerungswachstum sehr verlangsamt da es im Vergleich zu 2000, als der Wachstum bei 1,7 Prozent lag, dieser im Jahre 2004 nur noch 1,13 Prozent betrug.
Uber die Türkei kann man sagen, dass sie sowohl ein Auswanderungs- als auch ein Enwanderungsort ist. Nach dem Fall der eisernen Mauer kamen Aussiedler aus dem Balkan, dem Nahen Osten, Griechenland, Iran, Zentralasien der Krim u.a in die Republik. Viele Minderheiten verließen aber auch das Land. Beispiele dafür sind Kurden, Assyrer, Griechen, Juden, Jesiden, Zaza u.a. Auch sehr viele eigentliche Türken haben das Land verlassen.
Es ist bemerkbar, dass die Türkei eine sehr junge Bevölkerung hat, da der Altersdurchschnitt 2004 bei ungefähr 27,3 Jahren gelegen hat. Damals hat man die Alterstruktur folgendermaßen festgesetzt: 26,6 Prozent der Staatsbürger waren zwischen 0 und 14 Jahren, 66,8 Prozent waren zwischen 15 und 64 Jahren und nur ungefähr 6,6 Prozent waren über 65 Jahre alt.
Obwohl der Staat für jeden Bürger eine medizinische Grundversorgung garantiert, kann man von einer zu kleinen Zahl Arzten sprechen: im Jahre 1999 kam ein Arzt auf ungefähr 859 turkische Bürger. Man kann auch sehen, dass die Lebenserwartungen kleiner sind, als in anderen Ländern: so ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer bei 66,6 Jahren, und die der Frauen bei 71,2 Jahren. Was den Lebenstandard angeht, lag die Türkei im Human Development Index, 2005 weltweit auf dem 84ten Platz.
Man versucht seit der Gründung der Republik den Stellenwert der Frau zu verbessern. Türkei gehört zu den ersten Staaten die das Frauenwahlrecht eingeführt haben. Aber nur seit 2004 wurde im Parlament beschlossen sogenannte ,, Ehrenmorde“ an Mädchen und Frauen mit lebenslanger Haft zu bestrafen.