Schulsystem

In der Türkei gilt seit der Erziehungsreform aus dem Jahre 1997, eine gesetzliche Schulpflicht von 8 Jahren. Bis zuvor waren es nur 5 Jahre. Danach kann ein Ubergang zu einer Sekundarstufe II sattfinden, diese dauert vier Jahre.

Eine der großen Bemühungen der AKP-Regierung ist es, einen leichteren Hochschulzugang für diejenigen zu verschaffen, die die Berufsschule abgechlossen haben. Vor allem versucht man, den Abgängern der Imam-Hatip-Schulen den Zugang zu Hochschulen, die aber kein theologisches Profil haben, zu erleichtern. Diese Schulen gelten nämlich seit der Erziehungsreform als Berufsschulen der Sekundarstufe II, in denen Prediger und Vorbeter ausgebildet werden. Die Initiative der AKP-Regierung wurde aber im Februar 2006 durch ein Urteil des erten Verwaltungsgerichts gestoppt. Die Erklärung war, dass der Abschluss einer religiösen Imam-Hatip-Schule keinen Studium an einer Hochschule berechtigt.

Man kann im Allgemeinen über das Schulsystem aus der Türkei sagen, dass erhebliche Defizite festzustellen sind. Gründe dafür sollen mangelnde Finanzierungen und eine zu große Zahl schulpflichtiger Kinder sein. Ein großer Unterschied kann zwischen dem Osten und dem Westen bemerkt werden: im weniger entwickelten Osten gibt es eine große Zahl an Schulen, die mehr als 50 Schüler pro Klasse haben. Außerdem gibt es aber auch Probleme, welche die ganze Türkei betreffen: zum Beispel gibt es immer wenigere Eltern, die sich den Luxus leisten können, die Ausbildung ihrer Kinder zu unterstützen, da die finanziellen Mittel meistens fehlen. Daher kann man sagen, dass die türkische Bildungspolitik noch sehr entfernt von ihrem Traum ist, eine 100 prozentige Einschulungsquote zu haben. Trotzdem gehen schon 93 Prozent der schulpflichtigen Kinder zur Schule, benachteiligt werden aber oftmals Mädchen, von denen ungefähr 600.000 nicht eingeschult wurden. Im Jahre 2000 ergab eine Studie, dass ungefähr 6 Prozent der Männer und 18 Prozent der Fraen Analphabeten waren.

An den türkischen Schulen und Hochschulen herrscht Kopftuchverbot, diese Regel müssen sowohl Schüler als auch Lehrkräfte respektieren. Dieses Verbot musste man aber mit polizeilicher Gewalt durchsetzen, auch heute ist es noch eine sehr große Debatte im ganzen Land. Seit 2006 wurde aber diese Regelung noch weiter ausgebaut, da sich die Türkei als laizistischer Staat ansieht, der keine religiöse Vorliebe zeigt. Obwohl sogar der Ministerpräsident Erdogan eine Initiative zur Aufhebung des Kopftuchverbotes gezeigt hat, und dieser Initiative im türkischen Parlament mit einer Zweitdrittelmehrheit zugestimmt wurde, hat das Verfassungsgericht im Juni 2008 dieses Vorhaben als nichtig erklärt.

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