Schienenverkehr

In der Türkei ist der Schienenverkehr seit Jahrzenten dem Ausbau des Straßennetzes nachgestellt worden. Schon im 19ten und der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts wurden die Trassierungen des Eisenbahnnetzes von heute gemacht. Die Länge dieses Netzes beträgt 10.500 km, davon sind nur ungefähr 20 Prozent elektrisch betrieben. Der Anteil der Eisenbahn am Gesamtverkehr macht nur 10 Prozent der Gesamtzahl aus.

Außer der Strecke zwischen Istanbul und Ankara, verkehren normaler Weise nur zwei Personenzüge täglich. Die Gesamtgeschwindigkeit liegt weit unter der Reisegeschwindigkeit des öffentlichen Busverkehrs. Des trotz ist aber der Komfort in den Zügen viel höher. Es gibt nur eine Wagenklasse, die Pullman. In den Nachtverbindungen werden auch Schlafwagen oder Liegewagen eingebaut.

Zwischen Istanbul und Ankara gibt es die einzige Hochgeschwindigkeitsstrasse. Hier fahren Züge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h. Im Bau ist nicht eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Konya. Man möchte bis 2010 noch eine Hochgeschwindigkeitsstrecke bis zur bulgarischen Grenze errichten. Zwischen Ankara und Izmir, Eskisehir und Konya, Ankara und Afyonkarahisar, Ankara und Sivas sowie Sivas und Kars sind weiter Hochgeschwindigkeitsstrecken projektiert, die bis 2023 alle in Berieb sein sollen. Man arbeitet in Istanbul auch an einer Unterquerung des Bosporus.

In Istanbul, Ankara, Izmir, Adana und Bursa gibt es auch U-Bahnen, die sehr beliebt sind und mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 80 km/h fahren. Im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen ist aber der schienengebundene Personennahverkehr stark unterentwickelt. In Istanbul zum Beispiel, einer Stadt mit 17 Mio. geschätzte Einwohnern gibt es nur sechs unterschiedliche, nicht miteinander kompatible schienengebundene Nahverkehrs-Systeme.

Straßenbahnlinien gibt es in Izmir, Ankara, Kayseri, Adana und Konya, in der Provinz Denizli ist eine S-Bahn in Planung.

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