Religion
In der Türkei kann man, im Bezug auf die Religion sagen, dass der Staat eine Version des Laizismus praktiziert. Das ist eines der sechs Prinzipe des Kemalismus und besagt, dass eine Trennung zwischen der Religion und dem Staat existieren muss. Die Theorie besagt aber etwas anderes als die Realität, da in Wirklichkeit, die Religion dem Staat untergeordnet ist.
Die Verfassung von 1982 enthält einen Artikel, den Artikel 24, der die Glaubensfreiheit auf das Individuum beschränkt. Die Religionsgemeinschaften können aus dem Verfassungsabschnitt keine Rechte geltend machen.
Die staatlichen Diyanet Isleri Baskanligi, welche der Präsidium für Religionsangelegenheiten ist, verwaltet die sunnitisch-islamischen Einrichtungen. Das Präsidium hat im Jahre 2007 84.195 Menschen beschäftigt. Davon waren 60.641 Imame. Das DIB ist für 79.096 Moscheen im Land verantwortlich. Im Ausland ist es auch für die Moscheen verantwortlich, die zur Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) gehören, diese erreichen eine Zahl von 1805. Die Einrichtung regelt die Ausbildung der Imame und Muezzine, es hat die Aufgabe die Moscheen zu erhalten und es gibt landesweit den Inhalt der Predigten, die gehalten werden müssen, vor. Auch für die Ausrichtung der Koran-Kurse ist das Diyanet zuständig. Es hat auch die Aufgabe Prediger, Imame und Muezzine an die Moscheen zu entsenden, um dadurch die Gotteshäuser erhalten zu können.
Einer Statistik zufolge, sind ungefähr 99 Prozent der türkischen Bevölkerung Muslime: 80 bis 85 Prozent davon sind Sunniten, 15 bis 20 Prozent Alviten. Am Anfang des 20ten Jahrhunderts lebten in der Türkei ungefähr 20 Prozent Christen, vor allem christliche Armenier und Griechen, heute kann man aber nur noch von 0,2 Prozent Christen reden. Auch Juden wurden 1923 um die 100.000 gezählt, heutzutage sind es nur noch 0,04 Prozent. Auch Jesiden leben in einer kleinen Zahl im Land.
Man kann aber den Statistiken wenig glauben, da jeder Bewohner der Türkei automatisch als Muslime gilt, wenn er nicht explizit als zu einer anderen Religion angehörig erklärt wird. Auch gibt es keinen Gegenstück zum Kirchenaustritt, sodass sowohl Atheisten als auch Agnostiker offiziell zu den Muslimen gezählt werden. Deswegen ist es auch nicht bekannt, welche die Zahl der nicht religiösen Einwohner der Türkei ist.