Literatur
Wenn man zu den Wurzeln türkischen Literatur zurückgelangen will, muss man weit in die Vergangenheit zurückgehen, da man annimmt, dass die mündliche und schriftliche türkische Literatur von der Nomadenkultur und dem Schamanismus stark geprägt worden ist.
Wie bei jedem Volk, bestand erstmals die Literatur aus mündlich überlieferten Geschichten, Sagen, Kageliedern, Sprichwörtern oder Gedichten über die Liebe beziehungsweise über die Natur. Als die ersten schriftlichhen literarischen Werke gelten die Orhon Inschriften aus dem 6ten und 7ten Jahrhundert.
Die Türkei ist in er ersten Hälfte des 10ten Jahrhunderts zum Islam übergetreten; damit konnte man implizit auch einen starken Einfluss der arabischen und persischen Sprache auf die türkische Literatur voraussehen. Ab dem 11 Jahrhundert, kann man aber sagen, dass sich das Türkei-Türkische bei den Türken gebildet hat, die sich in Anatolien niederließen. Der islamische Einfluss hielt aber eine lange Zeitpsanne; vom 11ten bis hin zum 19ten Jahrhundert. Man kann die Literatur dieser Zeitsone in zwei Hauptgruppen einteilen: die Divan-Literatur und die Volksliteratur.
Im 19ten Jahrhundert begann man westliche Texte ins Türkische übersetzt, in den 7er Jahren des 19ten Jahrhundert erschien auch der erste Roman in türkischer Sprache. Man konnte in dieser Zeitspanne zwei Elemente mit einem deutlichen Einfluss bemerken: zu einem gab es die Zeitung „Servet-i fünun“ mit dem Dichter Tevfik-Fikret und zum anderen gab es den wichtigen Romancier Halit Ziya Usakligil. Man kann aber auch über eine nationalistische und patriotistische Dichtung sprechen, die am Ende des 19ten Jahrhunderts ihren Höhepunkt gehabt hat.
Die türkische Literatur erfährt große Veränderungen in der Zeit der Republikbildung. Vor allem sind zwei Ereignisse stark beeinflussend: zu einem die Einfühung der lateinischen Schrift im Jahre 1928 und zum anderen die Sprachreformen an 1923. Die neuen Dichter möchten sich von der festgelegten Sprache abwenden, und propagieren diese Idee als Garip-Dichter um Orhan Veli. Aber nicht nur die Form verändert sich, sondern auch die Inhalte. Schriftsteller wie Fakir Baykurt stellen in ihren Werken den einfachen Menschen in den Mittelpunkt. Dabei wird viel an den sozialen und politischen Zuständen der Zeit kritisiert. Der Staat reagiert mit der Zensur und mit politischer Gewalt. Viele Autore, wie zum Beispiel Aziz Nesin, verbringen wegen ihren Werken viele Jahre in türkischen Gefägnissen. Kemal bezeichnet das Gefängnis als "Schule der türkischen Literatur".
In den 1960er Jahren fand die Arbeitsmigration statt. Auch zahlreiche türkischstämmige Schriftsteller imigrieren nach Westeuropa. Es ist die Zeit, in der Bücher verstärkt übersetzt werden. Teilweise wird die Literatur auch wieder in die Türkei zurückgetragen.
Obwohl die Zensur die Entwicklung der türkischen Literatur stark gehämmt hat, haben doch die türkischen Schriftsteller mit der sogenannten „Migratenliteratur“ viel zur Vielfältigkeit der türkischen Literatur beigetragen. Der wohl berühmteste türkische Schriftsteller unserer Zeit ist Orhan Pamuk, der neben zahlreichen Literaturpreisen, im Jahre 2006 auch den Nobelpreis für Literatur erhalten hat.