Geschichte - Teil 2
1922 wurde das Sultanat abgeschaffen, 1924 wurde auch das Kalifat abgeschaffen. Man verzichtete auch auf die Schaira, eine Kleiderreform wurde eingeführt. Die traditionelle Kopfbedeckung der Männer und die Schleier für Frauen wurden verboten und die Koeducation wurde eingeführt. 1926 hat man sich für den Gregorianischen Kalender entschieden, und auch für das metrische System. Ganze Rechtssysteme wurden aus den europäischen Ländern übernommen. Erstmal wurde 1926 das Schweizer Zivilrecht eingeführt, die die Einehe und den Gleichstand des Mannes mit der Frau berechtigte. Danach folgten das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht. 1928 wurde die Säkularisierung ausgerufen und man ersetzte die arabische Schrift mit der Lateinischen. Man hat sich auch für das aktive Frauenwahlrecht entschieden. Kemal hat auch die verbindlichen Nachnamen eingeführt, wobei er sich selbst als Atatürk (Vater der Türken) ernannt hat.
Im Zweiten Weltkrieg hat die Türkei erstmal die Neutralität behalten. Sie erklärte aber 1945 Deutschland und Japan symbolisch den Krieg, anschließend wurde aber eine Charta der Vereinten Nationen auch von der Türkei unterschrieben. 1946 entstand die Demokratische Partei in der Türkei, diese war die zweite Partei des Landes und erhielt die Mehrheit der Plätze im Parlament. 1950 nahm die Türkei als Teil des UNO-Kontingents am Koreakrieg teil und trat dann 1952 in die NATO ein. Nach vielen Kämpfen mit Griechenland, wurde die Türkische Republik Nordzypern unter Rauf Denktas proklamiert, diese aber wurde bis heute nicht anerkannt.
In der Türkei musste die Militär drei mal in die Macht anputschen. Das dritte mal geschach wegen der instabilen Phase aus den 70er Jahren, als es wechselnde politische Koalitionen gab. Es gab zahlreiche politische Terrorakte durch das extrem rechte und linke Spektrum. Das Militär hat über das Land das Kriegsrecht verhängt und hat alle politischen Parteien verboten. Im November 1982 wurde eine neue Verfassung, die vom Militär vorgelegt wurde, durch den Volkentscheid angenommen.
In der Mitte der 80er Jahren gab es einen heftigen Kurdenkonflikt in der Türkei, die durch die Assimilationspolitik ausgelöst wurde. Der Konflikt brach durch die Arbeiterpartei Kursustans aus. Im Südosten wurde ein bewaffneter Kampf für ein unabhägiges Kurdistan aufgenommen. Bis heute sind durch dieses Konflikt ungefähr 40.000 Menschen gestorben.
Unter der Regierung Ecevits wurden zahlreiche Reformen im Zivilrecht, bezüglich der Menschen- und Freiheitsrechte gemacht. Diese Reformen wurden unter AKP weitergeführt. Unter anderem hat man auch die Todesstrafe angeschafft, die Folter verboten, und die kulturelle Freiheitsrechte der kurdischen Bevölkerung garantiert. Jetzt sind kurdische Dialekte, Kurdischunterricht, kurdische Fernseh- und Radiosendungen erlaubt.
Am 15ten und 20 ten November 2003 wurden mehrere Bombenanschläge der Al-Qaida in Istanbul verübt. Dabei starben 60 Menschen. Die Ziele waren zwei Synagogen, das britische Konsulat und die Filiale der britischen HSBC-Bank.
Seit 2004 sind andere Konflikte aufgeflammt: die zwischen den türkischen Streitkräften und der Untergrundorganisation PKK. Die Probleme mit dem Osten wurden als ein spezifisch kurdisches Problem angesehen. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde der spezifisch kurdische Charakter des Konfliktes im Osten der Türkei anerkannt, nachdem man diese Problem totschweigen wollte.
Zum ersten Mal nach 40 Jahre Bemühungen hat die Türkei am 3ten Oktober 2005 es geschafft, Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu halten.